Dienstag, 10. April 2007

Haus der Jugend Alter Teichweg 2006

Für das traditionelle Weihnachtsmärchen des Haus der Jugends Alter Teichweg habe ich mit 6 Jungen im Alter von 10-12 Jahren gemeinsam einen Rap-Song einstudiert. Keiner der Jungs hatte vorher größere Erfahrung in Sachen Sprechgesang.
Da ich mit dieser Gruppe einmal wöchentlich zusammen koche, war der Bandname, die sich die Jungs für ihr Rapprojekt geben wollten schnell gefunden: Die Kochgruppe.

Auf Grund der Tatsache, dass das Lied in ein bestehendes Theaterstück integriert werden musste, habe ich zu Beginn ein textliches Grundgerüst vorgegeben, welches dann gemeinsam besprochen wurde. Einzelne Zeilen wurden ausgetauscht und Vorschläge der Kinder in den Song mit eingebaut.

Die größte Herausforderung bestand für die Gruppe vor allem im Auswendiglernen des Stücks, was Voraussetzung war, um sich später ganz gelassen auf die Darstellung auf der Bühne konzentrieren zu können. Zeile für Zeile wurde Rhythmik und Ausprache auf ein ausgewähltes HipHop Instrumental geübt. Der Refrain wurde zusammen gesungen, so dass in diesem Part vor allem ein gemeinsames Timing entscheidend war. Höhepunkt für die Kinder war neben der Aufführung sicherlich das Aufnehmen des Songs im hausinternen Musikstudio, mit dem das Projekt nach 6 Wochen auch sein Ende fand.

Band: Die Kochgruppe

Titel:

press play - Das Beste vom Besten







Die Kochgruppe live - Das Beste vom Besten on Vimeo

Georgien / Tbilissi - Einladung Goethe Institut


Im November 2004 bin ich einer Einladung des Goethe Instituts nach Tbilissi gefolgt. Gemeinsam mit meinen Musikerkollegen Dennis Stöcker und Max Timm haben wir den Hamburger Dokumentarfilmer Jens Huckeriede begleitet, der dort eine Fotoausstellung über die Gebrüder Wolf zeigte, einen Vortrag über "Neue Formen der Erinnerung" hielt und seinen Film "Return of the Tüdelband" vorstellte. Für eine anlässlich des Films erschienene CD, auf der Künstler aus den unterschiedlichsten Sparten das Lied der Gebrüder Wolf "An der Eck steiht` Jung mit`n Tüdelband" neu interpretierten, habe ich den Song Kleinkram beigesteuert. Unser Aufenthalt in Georgien war als kultureller Austausch gedacht, bei dem wir anderen Künstlern begegneten, Konzerte spielten und Schulen besuchten, die deutsch als Fremdsprache anboten, um den Schülern HipHop Musik näherzubringen.

www.gebruederwolf.de

www.filmweltverleih.de (Return of the Tüdelband)

Montag, 9. April 2007

Haus der Jugend Alter Teichweg 2005

Mit einer Gruppe von Jugendlichen im Alter von 13-15 Jahren aus dem Haus der Jugend Alter Teichweg entstanden über 3 Monate hinweg zwei Rapsongs, die im hauseigenen Studio aufgenommen wurden. Keiner der Teilnehmer hatte Vorkenntnisse bezüglich der Textproduktion, der Performance und der oftmals unterschätzen Herausforderung hinter dem Studiomikrofon in einer ernsten Aufnahmesituation. Begonnen wurde mit dem Finden eines geeigneten Themas. In der Gruppe sollte diskutiert und demokratisch abgestimmt werden, welche Inhalte man innerhalb des Songs besprechen will. Den Grundtenor eines Liedes zu finden, war dabei für die Jugendlichen in der Gruppe sicherlich schwierig. Trotzdem kam man dadurch gegenseitig ins Gespräch, musste unterschiedliche Themen gegeneinander abwiegen ("machen wir einen Partysongs oder etwas ernst") und lernte sich auf diese Weise besser und von einer anderen Seite kennen, die im "offenen" Breich eher nicht gezeigt wird. Gleiches traf auf das Auswählen des Bandnamens ("Fresh Five") zu.

Jeder Jugendliche schrieb dann seine eigene Strophe, die während des Entstehungsprozesses den anderen Bandteilnehmern immer wieder vorgerappt und von diesen gelobt oder kritisch kommentiert wurde. Nach Beendigung der Schreibphase wurden der Song von der Band einstudiert, wobei vor allem das Wechseln und das richtige Einsetzen in die eigene Strophe eine große Herausforderung darstellte.

Im Anschluss wurde der Song aufgenommen. Die Erfahrung seine eigene Stimme in dieser Form zu hören und damit zu arbeiten, war für alle Teilnehmer Neuland. Besonders für die eher ruhigeren Bandmitglieder war das aus Sich-Herausgehen-Müssen mit lauter Stimme eine echte Bewährungsprobe, die aber von allen gemeistert wurde. Den fertigen Song konnte jeder Teilnehmer danach auf CD mit nach Hause nehmen und mit selber angefertigten Cover stolz der Familie oder dem Freundeskreis präsentieren.

Bei einer großen Weihnachtsaufführung im Haus der Jugend wurden die Lieder dann auch live auf der Bühne dargeboten. Ein aufregendes Event für die Jugendlichen, die so das Projekt vor einem großen Publikum bestehend aus Eltern und Gleichaltrigen erfolgreich unter dem Applaus aller Anwesenden beendeten.

Musikbeispiele:

Band: Fresh Five

Titel:

press play - Let me see you rockin`it
press play - Nix los

Jugendstrafvollzug Hahnöfer Sand

In einer Projektwoche im Jugendstrafvollzug Hahnöfer Sand entstanden zahlreiche Songtexte, die von den dort einsitzenden Jugendlichen, nach einer Einführung in Aufbau und Struktur in Sachen Sprechgesang, selber geschrieben wurden.

Auftakt der Woche bildete eine Diskussion über eine Dokumentation, die sich mit den Anfängen von HipHop Kultur befasste. Dabei war vor allem die große Kluft zwischen heutiger Rezeption (HipHop als Trend) und der fast über 30 jährigen Geschichte, die HipHop Kultur dieser Tage hinter sich hat, von großem Interesse. In einem weiteren Schritt wurden HipHop Songs aus den letzten drei Jahrzehnten gehört und anschließend analysiert. Die Jugendlichen konnten so feststelllen wie sich Musik (auch gerade in Bezug auf die verfügbare Technik) verändern und weiterentwickeln kann und wo die Wurzeln einer Musikrichtung liegen, die selber als noch sehr "jung" empfunden wird, da sie erst in den letzten Jahren vermehrt in den Focus der großen Plattenfirmen geraten ist.

In einem großen Brainstorming wurden nun alle Begriffe gesammelt, die für die Jugendlichen in Bezug auf HipHop relevant waren, so dass eine Übersicht entstand, die deutlich machte, dass HipHop mehr sein kann als die Mehrzahl der Jugendlichen vermuteten.

Die eine Hälfte der Teilnehmer entschied sich danach die letzten drei Tage Graffitis zu zeichnen und die andere Hälfte Texte zu schreiben. Dabei war erstaunlich zu sehen, wie Rap den Inhaftierten eine Möglichkeit schenkte den harten Gefängnisalltag zu verarbeiten. Es enstanden sehr eindringliche Texte, die sich mit den Schwierigkeiten der Haftbedingungen, mit der eigen verschuldeten Tat oder mit der Hoffnung auf ein besseres Leben beschäftigen. Auch nach Beendigung der Projektwoche nutzten die Jugendlichen die Zeit in der Zelle, um weitere Texte anzufertigen und so ihre Emotionen zu verarbeiten.

Hier eine annonyme Auswahl an Texte, die von den Jugendlichen innerhalb des Projekts verfasst wurden:

Kreislauf - Download
Knast Rap - Download
Es geht um´s HipHop Projekt- Download
Auf´s Papier - Download

Förderschule Hauskoppelstieg

Über ein halbes Jahr habe ich jeweils 2 Std. die Woche eine Rap-AG in der Förderschule Hauskoppelstieg in Billstedt geleitet. Die Schüler hatten sich für diesen Wahlpflichtkurs entschieden, nachdem ich meine Person und mein Programm den entsprechenden Klassen einzeln vorgestellt hatte. Der Kurs bestand aus 8 Jungen im Alter zwischen 12-16 Jahren.

Auf Grund ihres Leistungsstands haben wir zu Beginn von mir vorgefertigte Texte gerappt und einstudiert. Dadurch konnte ich einen individuellen Eindruck über die einzelnen Teilnehmer gewinnen und die Schüler, die bezüglich ihrer kognitiven Fähigkeiten Defizite hatten, konnten so relativ schnell erste Erfolgserlebnisse verbuchen. Vor allem das "Machen" stand im Vordergrund. Strophen wurden entweder einzeln oder gemeinsam geübt um die Selbst- und Fremdwahrnehmung zu sensibilisieren.
Später, in der zweiten den Hälfte des Schulhalbjahres, habe ich auch vermehrt Einheiten angeboten, in denen eigene Texte geschrieben werden konnten, die im Anschluss von der Gruppe diskutiert wurden. Ein weiterer Unterrichtsgegenstand war die regelmäßige medienpädagogische Auseinandersetzung mit HipHop Kultur (Gangsterimage, Frauenfeindlichkeit, der Unterschied zwischen medialer Inszenierung und Wirklichkeit usw.)

vorgefertigter Text zum Einstieg:

Ich will rappen - Download